Junioren-Europameisterschaften 2014 in Lund

Lund in Schweden war in diesem Jahr Austragungsort der Junioren-Europameisterschaften in Ju-Jutsu Fighting. Mit am Start in der mit zehn Kämpfern stark besetzten U 18m bis 81kg Yannick Kern vom Judo-Club Limburg 1952 e.V. Für den Limburger war es, seit seiner Nominierung für den Deutschen Nationalkader zu Beginn dieses Jahres, das erste große Turnier auf internationaler Ebene. Seinen ersten Kampf bestritt Yannick gegen einen Kontrahenten aus Russland. Von Beginn an agierten beide Kämpfer stark, eine Niederlage würde den Verweis in die Trostrunde mit der maximalen Platzierung Platz 3 bedeuten. Annähernd über die gesamte Kampfzeit von drei Minuten lieferten sich Yannick und sein Gegner ein spannendes Kopf-an-Kopf- Rennen, aber keiner konnte für sich einen klaren Punktevorsprung herausarbeiten. Dann gelang es dem späteren Vizemeister aus Russland doch, den Kampf vorzeitig zu beenden.

Weiterhin hoch motiviert setzte der Limburger seinen Weg im Kampf um Platz 3 fort und stieß hier auf den italienischen Kämpfer, der zuvor von dem Franzosen in die Trostrunde geschickt wurde. Hier dominierte Yannick klar den Kampf, zu keiner Zeit bestand die Gefahr, dass der Limburger diese Begegnung nicht für sich entscheiden würde. Mit einem klaren Sieg sicherte sich Yannick den Einzug in das kleine Finale um Platz 3. Zu diesem Zeitpunkt mit der Frage, wer wird der Gegner sein? Sein Mannschaftskamerad aus Hanau oder der dritte der Weltmeisterschaften 2013 aus Schweden. Es lief auf eine deutsch-deutsche Begegnung hinaus, die sicherlich die technisch hochwertigste aller absolvierten Kämpfe dieser Klasse war. Von der ersten Sekunde an fesselte der Kampf die Zuschauer, die Kontrahenten agierten wohlwissend um die Stärken und Schwächen des anderen. Nach Ablauf der regulären drei Minuten Kampfzeit stand es mit 11:11 Punkten unentschieden mit der Folge einer Verlängerung von zwei Minuten. Keine leichte Aufgabe nach den bereits absolvierten, kraftzehrenden Kämpfen. Die Verlängerung gestaltete sich ebenso nervenaufreibend wie die vorherigen drei Minuten. Gut zwanzig Sekunden vor Kampfende verzeichnete der Hanauer einen minimalen Punktevorsprung, zeigte aber deutliche konditionelle Schwächen, während Yannick noch immer über Reserven verfügte. In der Angst seinen hauchdünnen Punktevorsprung und damit auch die Bronzemedaille zu verlieren, klammerte sich der Hanauer verzweifelt an Kern, unterband damit jede weitere Aktionsmöglichkeit des Limburgers und sicherte sich damit Platz 3 in der Gesamtwertung, während Yannick auf Platz 5 verwiesen wurde. Ärgerlich, die Leistungen hätten einen Platz auf dem Treppchen gerechtfertigt. Nun ist der Blick nach vorne auf die Junioren-Weltmeisterschaft im November in New Mexico gerichtet.